Kirschbaumblüten
▪ Streichhölzer haben keine Gefühle ▪

Berühr' mich nicht, fass mich nicht an,
weil meine Haut verschrecken kann.
Ist weder warm noch ist sie weich,
doch ist sie eines Toten gleich.


Wend' ab den Blick, sieh mich nicht an,
weil die Gestalt verschrecken kann.
Das Lächeln kalt, die Augen fahl,
bloß falsches Haar, mein Haupt ist kahl.

Bleibe mir fern, fass mich nicht an,
weil meine Art verschrecken kann.
Gefühle sind mir unbekannt,
hab' mich niemals in ihn' verrannt.

Muster mich nicht, sieh mich nicht an,
weil man nicht alles sehen kann.
Du siehst nur das, was jeder sieht,
hör bloß auf das, was ich dir riet:

"Von außen mag ich menschlich sein,
doch nutze ich dies nur zum Schein.
Denn in mir steckt nur totes Holz,
das einst mit meinem Geist verschmolz.
An mir lebt nur ein einz'ger Part,
den meine kalte Brust verwahrt.
Dies ist, was mich am Leben hält,
ist ganz auf sich allein' gestellt.
So bleibt nichts nach, was dir recht wär,
denn lieben kann ich nimmermehr."

© Dwyn

▪ Puppenspiel ▪

Des Holzes Art ist wandelbar,
mal glänzt es nicht, mal glänzt es klar.
Doch welche Form es letztlich nimmt,
wird meist nur von der Hand bestimmt,
die selektiert mit Leben füllt,
des Baumes Kern in Schönheit hüllt.

Manch einer mag es albern nennen,
vermag der Künstler nur zu kennen,
welch Heimlichkeit im Tiefen steckt,
vom ewig während Schein verdeckt,
den filigranes Antlitz prägt,
von Meisterhand zurechtgesägt.

Das Endergebnis, zierlich fein,
meist ansehnlich und auch recht klein.
An Fäden hängt, das was nicht lebt,
und oft das Schaurige bestrebt.
Der schlechte Ruf, der an ihm hängt,
das Puppenspiel ins Böse drängt.

© Dwyn

"Düfte sind wie die Seele der Blumen, man kann sie fühlen, selbst im Reich der Schatten."
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